Akne, die häufigste Hauterkrankung die etwa dreiviertel der Jugendlichen bereits ab einem Alter von elf Jahren treffen kann. Oft zeigt sich diese entzündliche Veränderung der Haut mit Mitesser, Pickel bis Pusteln sichtbar im Gesicht, Hals, Brust und Rücken. Akne ist zwar nicht ansteckend, kann allerdings auch in den Wechseljahren erneut zurückkommen.
Unterschied zwischen Pickel und Akne
Pickel tauchen recht schnell auf und verschwinden fast genauso schnell wieder. Häufen sich die Pickel und bleiben vor allem in der Abheilungsphase lang bestehen, könnte es eher eine Akne sein. Nach dem Verschwinden bleibt durch die hervorgerufene Entzündung im Pickel oft eine empfindliche, rote Stelle. Spätestens hier spricht man von einer Akne. Manchmal bleibt sogar der rote Punkt und vernarbt das Gewebe.
Was ist Akne eigentlich?
Für die Entstehung der Akne sind einige Punkte verantwortlich. Zum einen eine erhöhte Talgdrüsenproduktion, meist durch die Überproduktion an Talg kombiniert mit einer stärkeren Verhornung der Poren. Dies kann durch die vermehrte Produktion an Testosteron in der Pubertät kommen. Kommen dann noch mehr Bakterien dazu, als für die Haut aus haltbar, kommt es gerne zu Entzündungen. Anfänglich sind es ein paar wenige Pickel, durch die erhöhte Talgproduktion und anderen Faktoren, kann ein ganzes Feld von entzündeten Pickeln und Pusteln werden.
Diagnose Akne
Ich empfehle den Weg zu einem Hautarzt. Dieser wird anhand einer Hautdiagnose bestimmen, ob es sich um eine Akne handelt. Er wird zusätzlich sagen können, um welche Art der Akne es sich handelt. Zudem kann der Arzt Medikamente zum Einnehmen oder Auftragen verschreiben. Tipps gibt es sicher dazu.
Häufigkeit von Akne
Rund 85% aller Jugendlichen leiden an Akne. Bei etwa ein Viertel der Betroffenen ist der Verlauf der Akne so schlimm, dass diese Hauterkrankung medizinisch behandelt werden muss. Zu Glück bildet sich die Akne nach der Pubertät wieder vollends zurück.
Schweregrad von Akne:
- die Leichte Form (Acne comedonica), bei ihr entstehen Mitesser, die vorrangig im Gesicht entstehen
- die Mittelschwere Form (Acne papulopustulosa): hier entstehen meist im Gesicht und am Hals entzündliche Pickel und eitrige Pusteln. Die betroffenen Regionen sind oft schmerzempfindlich.
- Sie Schwere Form (Acne conglobata): diese Form der Akne zeigt sich in größerer Anzahl von stark entzündeten Pickeln. Eitrig gefüllt und sehr schmerzempfindlich. Hier können regelrecht Abszesse entstehen.
Ist Akne ansteckend?
Sehr beruhigend, Akne ist nie anstecken. Egal ob es sich um die Neugeborenen Akne handelt, noch um eine andere Form in der Pubertät oder Wechseljahren.
Ursachen von Akne

Die Ursache von Akne ist sehr vielseitig. In der Pubertät ist es die beginnende Testosteronproduktion. Hormone an sich können bei dafür empfindliche Personen zu einer Disharmonie in der Haut sorgen. Bei Frauen könnte ein unregelmäßiger Zyklus die Haut ungünstig beeinflussen. Ab und an bekommen Frauen in der Schwangerschaft Akne. Etwas öfter kommt Akne bei Frauen nach der Entbindung vor. Sobald sich der Hormonhaushalt wieder ausgeglichen hat, kann die Akne verschwinden.
Die falsche Ernährung, entzündliche Prozesse im Körper oder Umweltfaktoren wie Schmutz, Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlen können Akne auslösen. Tatsächlich gibt es auch Medikamente die Akne auslösen könnten, wie z.B. Glukokortikoide, Psychopharmaka, Cortison, Anabolika. Das Rauchen öfter von Akne betroffen sind als Nichtraucher, konnte wissenschaftlich bewiesen werden https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20619486/ .
Geht Akne ganz weg?
Es gibt verschiedene Arten der Akne, die allermeisten gehen irgendwann ganz weg. Oft bleiben allerdings die Spuren wie Flecken und Narben auf der Haut und im Gewebe bestehen. Alles muss man jedoch nicht akzeptieren. Es gibt einige Behandlungen und Maßnahmen, die das Hautbild nach der akuten Akne Erkrankung verbessern können. Solche Behandlungen findet ihr bei den Hautärzten und bei den Kosmetikerinnen.
Wie merkt man das Akne vorbei ist?
Ich denke, dass dies jeder sehr schnell selbst bemerkt. Da reicht der Blick in den Spiegel und die erfreuliche Erkenntnis, dass nichts mehr von akuten Pickeln und Pusteln zu sehen ist.
Warum trifft es die einen mehr als die anderen?
Zu einem großen Teil ist das erblich bedingt. Manche haben es, manche nicht, manche mild und manche schlimmer. Wenn ein Elternteil oder gar beide Elternteile früher Akne hatten, bekommen die Kinder höchst wahrscheinlich ebenfalls Akne. Ernährung und talgregulierende Pflege spielen allerdings auch eine Rolle.
Akne in der Pubertät

Meist findet man Akne bei Kindern und Jugendlichen bereits ab einem Alter von 11 Jahren. In der Pubertät gibt es einen Überschuss an den männlichen Geschlechtshormonen. Daher trifft die Akne in der Pubertät die Jungen ein wenig öfter als die Mädchen. In dieser Phase ist die Fettproduktion in der Haut erhöht, die Poren verstopfen und Pickel und Mitesser entstehen. Wer einzelne Pickel hat, der neigt zu unreiner Haut. Sind es allerdings recht viele Pickel und Mitesser, vielleicht gar Pusteln und es entstehen entzündliche Prozesse, der leidet dann an der typischen Akne in der Pubertät, die eines Tages wieder verschwindet.
Akne bei Jungen
Laut Beobachtungen sind in der Pubertät die Jungen um etwa 10 % öfter von Akne betroffen, als die gleichaltrigen Mädchen. Zusätzlich haben die Mädchen die Möglichkeit eine Anti-Baby-Pille einzunehmen, die sich zeitgleich positiv auf den Verlauf der Akne auswirken kann.
Akne bei Mädchen
Akne bei Mädchen tritt etwas weniger oft auf, als bei Jungs. Das durch die Pubertät steigende Testosteron erhöht bei beiden die Talgproduktion. Da Mädchen zusätzlich den hormonellen Schwankungen der Menstruation ausgesetzt sind, gibt es im Vergleich zu den Jungs weitere Schwankungen in der Intensität der Akne, je nach Zyklus.
Neugeborenen Akne

Bei Babys kann bereits in den ersten Wochen nach der Geburt zu einer Neugeborenenakne oder auch Babyakne kommen. Meist im Gesicht, am Hals und eher seltener auf der Brust. Die Neugeborenenakne verschwindet nach ein paar Wochen ganz von selbst und ist absolut harmlos! Bei Fragen würde ich euch ein Gespräch mit eurer Hebamme oder eurem Kinderarzt empfehlen.
Akne inversa
Akne inversa ist eine chronische und schwer behandelbare Art der Akne. Sie kann schmerzhaft und in Schüben kommen. Sie taucht vorzugsweise in den Achselhöhlen, in der Leistengegend und in der Genital- und Analregion auf. Akne inversa – Universitätsspital Zürich (usz.ch)
Fungal Akne, Malassezia Folliculitis
Fungal Akne ist eigentlich keine Akne, sondern durch den Malassezia-Hefepilz ausgelöste Pilzerkrankung der Haut. Es zeigen sich kleine, rote aber stark juckende Pickelchen, die sich nicht ausdrücken lassen, da aus ihnen nichts herauskommt. Richtige Pickel oder Mitesser gibt es bei dieser Form nicht. Typisch ist das Auftreten von starkem Juckreiz, etwa an der Stirn oder auf der Kopfhaut. Die Akne Fungal sitzt meist auf der Stirn und am Haaransatz, seltener direkt im Gesicht oder anderswo am Körper.
Die Mallorca Akne, Acne aestivalis
Mallorca-Akne wird auch Sommerakne genannt, da sie in Kombination von Sonnenstrahlen und fetthaltigen Pflegeprodukten entsteht. Diese kleinen, juckenden Knoten zeigen sich mit Flecken auf der Haut und stellt eine Sonderform der Lichtdermatose dar. Viele sagen dazu Sonnenallergie und heilt nach einigen Tagen ohne Sonne wieder ab.
Hormonelle Akne
Eine hormonelle Akne ist eigentlich die Akne in Pubertät, in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Da sie in der Pubertät vorkommt, kann sie auch Männer betreffen. Diese Art der Akne finden wir oft nicht nur im Gesicht, sondern auch am Hals, Brust und am Rücken. Betroffene Frauen kennen dies oft kurz vor und während der Menstruation. Andere in der ersten Zeit nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille.
Akne in den Wechseljahren
Auch in den Wechseljahren kann Akne entstehen. Wie in der Pubertät steigt das männliche Geschlechtshormon Testosteron an und die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene, nehmen in den Wechseljahren ab. Die Haut wird trockener, die Talgproduktion steigt, die Poren verstopfen und Unreinheiten und Pickel entstehen.
Akne und Bartwuchs

Wer mit Akne geplagt ist und einen längeren Bart trägt, sollte die Haut darunter vorrangig pflegen und reinigen. Bei der mehr oder weniger täglichen Rasur bei Akne muss klar sein, dass durch das kürzen der Haare die Pickel geköpft werden, die Haut oft gereizt ist. Beobachtungen haben gezeigt, dass es von Vorteil sein kann, die Barthaare nicht kürzer als 3mm zu tragen. Damit schont Mann die Haut.
Akne und Pickel in den Haaren
Pickel oder gar Akne können sich bis in den Haaransatz ziehen oder sich nur dort befinden. Pickel und Akne entstehen unter anderem durch die erhöhte Talgproduktion. Die entsteht auch auf unserer Kopfhaut (bei Männern ebenfalls auf Rücken und Brust), dazu kommt der Hautschweiß und das Hautfett. Daher sollte auch diese Hautregion mit Talgreduzierenden Produkten gepflegt werden. Hier könnte auch der Hautarzt und der Friseur beratend zur Seite stehen.
Akne und Ernährung
Wenn es um die Ernährung bei Akne geht, hört und liest man verschiedenes. Doch aus meiner eigenen Erfahrung mit meiner Akne in der Pubertät und dem Gespräch mit dem Hautarzt, weiß ich noch genau: viel Zucker und scharfe Gewürze sollte ich meiden. Aus meiner beruflichen Erfahrung beobachte ich: Jungs mit Muskelaufbaushakes und die Mädchen mit ihren Eiweißshakes haben nach der Reduzierung ihrer Eiweißquellen schnell ein besseres Hautbild. Das heißt nicht, dass die Akne dann verschwunden ist, doch eine Verbesserung kann sichtbar werden. Ich denke, es ist wie bei fast allem: alles mit Maß und Ziel, nichts übertreiben, nicht einseitig ernähren.
Was kann Akne verschlimmern?
Falsche oder keine Pflege kann Akne verschlimmern. Selbst an den Pickeln und Pusteln herum kratzen und drücken ebenfalls. Fehlende Hygiene, rauchen oder scharfe Gewürze können weiter Gründe sein, dass die Akne intensiver blüht als notwendig.
Medikamente bei Akne

Gegen Akne gibt es einige Medikamente. Von medikamentösen Produkten zum Auftragen auf die Haut, bis zu Tabletten die von Hautarzt oder Frauenarzt verschrieben werden. Einige der Medikamente sind bekannt, erfolgreich gegen Akne eingesetzt zu werden.
Verlauf der Akne
Meist verschwindet die Akne im Alter von 20 bis 25 Jahren. Je nach Umgang, Pflege und Schweregrad der Akne können Flecken und Narben bleiben.
Hautpflege bei Akne
Akne sollte nie sich selbst überlassen werden. Regelmäßige, sanfte Reinigung und fettfreie Cremes und Lotionen sind zu bevorzugen. Es gibt viele Talgreduzierende Produkte für jedes Alter.
Akne und Folgen für die Haut
Je nach Akne und Haut, können Narben zurückbleiben. Da Akne bis in die unteren Hautschichten Einfluss hat, können flache Narben oder tiefere und größere Vernarbungen entstehen. Wir Kosmetikerinnen sprechen da oft von den RED SPOTS nach Akne.
Kosmetikbehandlungen bei Akne

Es gibt eine Vielzahl von Behandlungen um Akne vorzubeugen, was allerdings nicht immer klappt. Immerhin können wir Kosmetikerinnen Hormone nicht von außen beeinflussen. Professionell Ausreinigen, die Haut beruhigen und die Regeneration positiv unterstützen, das können wir. Es gibt Behandlungen mit Anteilen an diversen Säuren, die vor allem nach einer Akne zur verbesserten Hauterneuerung und Regeneration eingesetzt werden können.
Akne und Sport
Wer viel schwitzt und sich sportlich betätigt, sollte danach die von Akne betroffene Haut waschen und pflegen.
Akne durch Stress?
Es ist nicht wissenschaftlich bewiesen, dass Stress Akne auslösen kann. Doch das Internet ist mit Verdachtsfällen voll und es ist bekannt, dass Stress zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt führen kann. In meinem 26jährigen Berufsleben habe ich schon einige Betroffene vor mir gehabt, die fest der Meinung sind, dass ihr Stresslevel Einfluss auf die Reinheit ihrer Haut hat.
Akne und das Immunsystem
Ein gutes Immunsystem kann sich besser gegen die entzündlichen Prozesse der Akne geplagten Haut wehren.
Akne und Mundhygiene
Durch gezielte Mundhygiene können wir Entzündungen im Zahnfleisch und in der gesamten Mundhöhle beeinflussen. Unsere Mundhöhle ist mit dem Gewebe unserer Haut um Lippen, Kinn bis zu den Wangen verbunden. Wer Akne hat, sollte auch auf seine Mundhygiene achten, damit dieser Bereich nicht durch die Bakterien im Mund zusätzlich gestresst wird.
Kann Akne wiederkommen?
In den Wechseljahren kann es passieren, dass Akne zum ersten Mal auftaucht oder eben wiederkommt. Dabei handelt es sich um eine hormonell begleitende Akne.
Antibabypille und Akne

Durch die Zusammensetzung der Wirkstoffe der Pille kann es zu einer talgregulierenden Wirkung kommen. Damit wird oft das Hautbild der Akne verbessert oder verschwindet ganz. Dazu wird der behandelnde Frauenarzt je nach verschriebener Pille eventuelle Fragen und das Für und Wieder besprechen. Diese Option ist allerdings nur für die Mädchen und Frauen.
Fazit:
Akne ist und bleibt eines der häufigsten Themen bei Jugendlichen, Kosmetikerinnen und Hautärzten. Im Jahr 2023 können wir bereits sehr viel unterstützend und eventuell heilend tun. Allerdings spielt immer ein wenig Genetik des Betroffenen bei, andererseits etwas mehr das eigene Engagement um Akne im Griff zu halten. Auch der Haut zuliebe, die nach der Zeit der Akne mit uns alt werden soll.
Lieber jetzt richtig und systematisch handeln und behandeln lassen, als beispielsweise mit ungewaschenen Fingern an der Akne zu kratzen. Damit die Akne unnötig verschlimmern oder mit viel zu scharfen Mitteln Raubbau an der zukünftigen Haut zu begehen. Lasst Euch lieber beraten und helfen!
Auch ich bin offen für eure Kommentare oder Anregungen und Erfahrungen!
